Diabetes Typ 2 wird bis 2035 stark zunehmen – auch in Deutschland

Die Zahl der Menschen mit Diabetes Typ 2 (T2D) wird bis zum Jahr 2035 in den sieben wichtigsten Industrieländern (USA, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien) deutlich steigen. Laut einem aktuellen Bericht des Marktforschungsunternehmens GlobalData wird die Zahl der diagnostizierten Diabetes-Typ-2-Fälle von 54,5 Millionen im Jahr 2025 auf 61,2 Millionen im Jahr 2035 ansteigen. Das entspricht einem jährlichen Anstieg von etwa 1,2 Prozent. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf rund 8,6 Millionen geschätzt, wobei die USA mit fast 29,6 Millionen Fällen die meisten Patienten haben werden. Zum Vergleich: In den fünf europäischen Ländern Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien zusammen werden 2035 etwa 22,9 Millionen Menschen mit T2D leben. Als Hauptgründe für diesen Anstieg gelten Übergewicht (hoher Body-Mass-Index), Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung mit vielen Fertigprodukten und die alternde Bevölkerung. Besonders hoch ist die Diabetes-Häufigkeit in Deutschland und den USA, was auch mit den dort verbreiteten höheren Fettleibigkeitsraten und der älter werdenden Gesellschaft zusammenhängt. Eine weitere Herausforderung ist, dass viele Diabetes-Patienten zusätzlich an anderen Erkrankungen leiden, sogenannten Begleiterkrankungen. Am häufigsten tritt dabei ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie) auf. In Deutschland ist der Anteil der Diabetes-Patienten mit Bluthochdruck besonders hoch. Laut der Epidemiologin Judith Visser von GlobalData ist das kein Zufall: “Bluthochdruck kommt bei Diabetes-Patienten häufiger vor, weil Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung beide Erkrankungen begünstigen.” Sie betont, dass die Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine gute Behandlung von Diabetes und seinen Begleiterkrankungen ist. Der Bericht macht deutlich, dass es in Zukunft noch stärker darum gehen muss, Diabetes nicht nur allein, sondern im Zusammenhang mit anderen Gesundheitsproblemen zu behandeln. Vor allem bei älteren Menschen und Menschen mit Übergewicht sollte frühzeitig auf mögliche Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen geachtet werden.

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