Eine neuartige Kombinationstherapie könnte die Behandlung von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) nach einer Operation revolutionieren. Wie eine aktuelle Phase-III-Studie zeigt, reduziert die Gabe des individuellen Neoantigen-Impfstoffs Intismeran zusammen mit dem Immuntherapeutikum Keytruda (Wirkstoff: Pembrolizumab) das Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit oder den Tod bei Patient:innen mit vollständig entferntem Melanom der Stadien IIB bis IV deutlich stärker als die alleinige Behandlung mit Keytruda. Dies ist das erste Mal, dass eine Phase-III-Studie diesen Vorteil für eine personalisierte mRNA-Therapie in der Nachsorge (adjuvanter Therapie) nachweisen konnte. Die Ergebnisse stammen aus der sogenannten INTerpath-001-Studie, die von den Unternehmen MSD (Merck in den USA und Kanada) und Moderna durchgeführt wurde. “Dies ist ein Meilenstein für die Behandlung von Melanom-Patient:innen in der Nachsorge”, erklärt Professor Georgina Long, leitende Studienärztin. “Zum ersten Mal zeigt eine Studie im fortgeschrittenen Stadium, dass eine personalisierte Therapie, die auf die genetische Signatur des individuellen Tumors zugeschnitten ist, in Kombination mit einer Immuntherapie das Rückfallrisiko deutlich senken kann.” Bereits die früheren Daten aus der Phase-IIb-Studie hatten vielversprechende Ergebnisse geliefert: Die Kombinationstherapie senkte das Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit oder den Tod um 49 Prozent und das Risiko für Fernmetastasen oder den Tod um 59 Prozent im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Keytruda. Stéphane Bancel, CEO von Moderna, betont die Bedeutung dieser Entwicklung: “Die Idee, eine maßgeschneiderte mRNA-Therapie für jede:n Patient:in zu entwickeln, war lange Zeit nur eine Vision. Jetzt arbeiten wir daran, diese Vision Realität werden zu lassen und zeigen gemeinsam mit Merck, wie diese Technologie lebensverändernd sein kann.” Die Sicherheit der Kombinationstherapie entsprach den bisherigen Erkenntnissen – es wurden keine neuen Nebenwirkungen beobachtet. Dr. Dean Li, Präsident der Merck Research Laboratories, hebt hervor: “Die frühe Intervention nach einer Operation, wenn der Krebs noch als gut behandelbar gilt, ist das Ziel der adjuvanten Therapie. Diese Ergebnisse bestätigen das Potenzial personalisierter Krebsbehandlungen. Wir glauben, dass individualisierte Neoantigen-Therapien die Behandlung von Patient:innen mit vollständig entferntem Melanom der Stadien IIB-IV neu definieren könnten.” Die Unternehmen planen, die Daten der Studie auf einem internationalen medizinischen Kongress vorzustellen und mit den zuständigen Behörden zu teilen, um die Zulassung voranzutreiben.


