In China wurde die neue CAR-T-Zell-Therapie satri-cel (satrícabtagène autoleucel) des Unternehmens CARsgen Therapeutics für eine spezielle Gruppe von Patient:innen mit fortgeschrittenem Magen- oder Speiseröhrenkrebs (gastroösophagealer Übergang) zugelassen. Es handelt sich um die weltweit erste CAR-T-Zell-Therapie, die für eine solide (nicht-blutbildende) Krebserkrankung zugelassen wurde. Damit steht nun eine innovative Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die bisherige Therapielücken schließt. Satri-cel wird eingesetzt bei Patient:innen, die ein positives Claudin18.2-Merkmal aufweisen und gleichzeitig HER2-negativ sind. Zudem müssen sie bereits mindestens zwei vorherige Therapielinien gegen den Krebs erfolglos durchlaufen haben. Vor der Infusion mit satri-cel erhalten die Patient:innen eine Vorbehandlung mit niedrig dosiertem nab-Paclitaxel sowie Cyclophosphamid und Fludarabin. Diese Medikamente sollen die Wirkung der CAR-T-Zellen im Körper verbessern. Studien zeigen, dass satri-cel im Vergleich zu bisherigen Behandlungen eine bessere Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil aufweist. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. Professor Lin Shen vom Peking University Cancer Hospital erklärt: „Für Patient:innen mit fortgeschrittenem Magenkrebs oder Krebs im Übergangsbereich zur Speiseröhre, die bereits mehrere Therapien hinter sich haben, waren die Behandlungsmöglichkeiten bisher sehr begrenzt und die Prognose entsprechend schlecht. Die Zulassung von satri-cel bringt nun eine völlig neue und wirksame Behandlungsoption. Die Therapie zeigt eine außergewöhnlich hohe Wirksamkeit, die mit bisherigen Methoden kaum zu erreichen war. Besonders wichtig ist, dass satri-cel als CAR-T-Zell-Therapie den Patient:innen die Chance gibt, sich von häufigen Krankenhausbesuchen zu befreien. Statt nur das Überleben zu verlängern, kann die Lebensqualität deutlich verbessert werden.“ Das Unternehmen CARsgen sieht in satri-cel zudem den Beginn einer neuen Ära für zellbasierte Therapien bei soliden Tumoren. Es wird erwartet, dass die Therapie den Weg für weitere Fortschritte ebnet, etwa den Einsatz in früheren Therapielinien, Kombinationstherapien oder die Anwendung bei anderen Claudin18.2-positiven Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsen- oder Gallengangskrebs. Bereits in diesem Jahr erhielt ein anderes Medikament, Imfinzi von AstraZeneca, eine positive Stellungnahme des CHMP in Europa. Es handelt sich um eine Immuntherapie in Kombination mit Chemotherapie, die als erste perioperative Therapie für frühe Stadien von Magen- und Speiseröhrenkrebs zugelassen werden könnte. Damit stehen Patient:innen künftig möglicherweise zwei innovative Therapieoptionen zur Verfügung.


