Das britische Gesundheitsinstitut NICE (National Institute for Health and Care Excellence) hat das Medikament Aquipta® (Wirkstoff: Atogepant) von AbbVie als mögliche Behandlungsoption für akute Migräneattacken bei Erwachsenen empfohlen. Das Medikament kann Patientinnen und Patienten verschrieben werden, wenn mindestens zwei verschiedene Triptane (häufige Migränemedikamente) nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht vertragen wurden. Zudem muss zuvor eine unzureichende Wirkung von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) und Paracetamol festgestellt worden sein. Die Empfehlung basiert auf einer Zulassung durch die britische Arzneimittelbehörde MHRA im April 2026. Dadurch erhalten geeignete Patientinnen und Patienten in England und Wales nun Zugang zu dieser oral einzunehmenden Therapie über den Nationalen Gesundheitsdienst (NHS). Jährlich sind etwa 10 Millionen Erwachsene in Großbritannien von Migräne betroffen, einer Erkrankung, die oft unterschätzt wird. Typische Symptome sind starke bis sehr starke Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Die Migräne führt außerdem zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen, da durch Ausfallzeiten am Arbeitsplatz jährlich Kosten von rund 8,8 Milliarden Pfund entstehen. Rob Music, Geschäftsführer der britischen Migräne-Organisation Migraine Trust, betont die bisherigen Herausforderungen im Zugang zu passender Behandlung: “Viele Betroffene berichten, dass sie Schwierigkeiten haben, geeignete Therapien zu erhalten oder lange auf Termine bei Spezialistinnen oder Spezialisten warten müssen. Das ist besorgniserregend, da Migränepatientinnen und -patienten oft mehrere Medikamente ausprobieren müssen, bis sie eine wirksame Lösung finden.” Daher begrüßt der Migraine Trust die aktuelle Entscheidung von NICE als wichtigen Schritt, um die Behandlungsmöglichkeiten zu erweitern. Professor Alex Sinclair, Neurologe an der Universität Birmingham und Vorsitzender des britischen Kopfschmerz-Forschungsrats, erklärt: “Die Empfehlung von NICE bietet zusätzlichen Spielraum bei der Behandlung akuter Migräneattacken. Klinikerinnen und Kliniker können dadurch eine größere Auswahl an Therapieansätzen berücksichtigen.” Die Empfehlung stützt sich auf die Ergebnisse der Phase-3-Studie Eclipse. Dabei erreichten 24,3 % der Patientinnen und Patienten, die mit Atogepant behandelt wurden, nach zwei Stunden eine vollständige Schmerzfreiheit bei der ersten behandelten Attacke – im Vergleich zu 13,1 % in der Placebo-Gruppe. Rachael Millward, Medizinische Direktorin von AbbVie UK, ergänzt: “Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Betroffene ziehen sich oft aus dem sozialen Leben zurück oder müssen Arbeitstage verpassen. AbbVie setzt sich weiterhin dafür ein, die Herausforderungen von Menschen mit Migräne zu adressieren.” Die aktuelle NICE-Empfehlung ermöglicht nun geeigneten Patientinnen und Patienten in England und Wales den Zugang zu einer weiteren wirksamen Akuttherapie gegen Migräne.


