Die Europäische Kommission hat zum 1. Januar ein neues Gesetzespaket eingeführt, das die Bewertung von Chemikalien in der EU verbessern soll. Ziel ist es, den Schutz von Gesundheit und Umwelt zu stärken. Das sogenannte ‘One Substance, One Assessment’ (OSOA)-Paket soll vor allem drei Dinge erreichen: mehr Konsistenz, Transparenz und Effizienz bei der Bewertung von Chemikalien. Gleichzeitig sollen Risiken schneller erkannt und Entscheidungen zügiger getroffen werden. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Behörden gefördert. Ein zentraler Punkt des Pakets ist die Einführung einer neuen, öffentlichen Datenplattform für Chemikalien, die innerhalb der nächsten drei Jahre in Betrieb gehen soll. Diese Plattform wird von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) verwaltet und soll Daten aus verschiedenen EU-Gesetzen zusammenführen. Dazu gehören standardisierte Formate, Prozesse und Produktlisten sowie Alternativen zu problematischen Stoffen und Informationen zur Umweltverträglichkeit. Die ECHA arbeitet dabei mit anderen EU-Behörden wie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zusammen, um wissenschaftliche Bewertungen durch die jeweils zuständigen Experten zu ermöglichen. Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, betont: ‘Das neue Rahmenwerk macht den Zugriff auf verlässliche Daten einfacher, stärkt die wissenschaftliche Zusammenarbeit und verbessert die Fähigkeit der EU, chemische Risiken frühzeitig zu erkennen und zu managen.’ Neben der Plattform umfasst das Paket auch einen Überwachungsrahmen, um neue Gefahren durch Chemikalien schneller zu identifizieren. Zwei weitere Rechtsakte regeln die Neuverteilung technischer Aufgaben und die bessere Zusammenarbeit zwischen EU-Behörden. ECHA-Direktorin Dr. Sharon McGuinness erklärt: ‘Das OSOA-Paket ist ein wichtiger Schritt für ein effizienteres System der chemischen Sicherheit in Europa. Durch die Zusammenarbeit mit Partnerbehörden schaffen wir ein System, das Risiken vorausschauend erkennt, bestehendes Wissen nutzt und Innovationen unterstützt. Unser gemeinsames Ziel ist klar: eine sicherere und nachhaltigere EU durch Zusammenarbeit und wissenschaftsbasiertes Handeln.’


