Ein neues Medikament aus der Kombination der Wirkstoffe Islatravir und Lenacapavir könnte für Menschen mit HIV eine einfachere Behandlungsmöglichkeit bieten. Aktuell müssen viele Patient:innen täglich Tabletten einnehmen, um das Virus zu kontrollieren. Die neue Tablette, die nur einmal pro Woche eingenommen werden muss, könnte diese tägliche Routine ersetzen – vorausgesetzt, sie wird zugelassen. Entwickelt wird die Tablette von den Unternehmen Gilead und MSD (Merck). Islatravir wirkt auf eine bestimmte Weise gegen das HIV-Virus, während Lenacapavir ein neuartiger Wirkstoff ist, der an einer anderen Stelle im Vermehrungszyklus des Virus angreift. Die Kombination greift so an mehreren Stellen ein, was die Wirksamkeit erhöht. In zwei großen klinischen Studien (ISLEND-1 und ISLEND-2) zeigte die wöchentliche Tablette nach 48 Wochen eine ebenso gute Wirksamkeit wie die herkömmliche tägliche HIV-Therapie. Zudem war das Nebenwirkungsprofil vergleichbar. Die Studien belegen, dass die neue Kombinationstablette eine zuverlässige Alternative sein könnte, besonders für Menschen, deren HIV bereits gut kontrolliert ist. Gilead und MSD planen, die Ergebnisse auf einem wissenschaftlichen Kongress vorzustellen. Neben Gilead und MSD forscht auch ViiV Healthcare an neuen HIV-Therapien. Das Unternehmen arbeitet an einem langwirksamen Antikörper (lotivibart), der ebenfalls seltener angewendet werden müsste. Dieser Ansatz wurde kürzlich in einer ersten Studie erfolgreich getestet. Insgesamt könnte die Entwicklung neuer, langwirksamer Therapien die Behandlung von HIV deutlich vereinfachen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.


