Erste Patient:innen erhalten innovative Krebs-Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs – Anocca startet klinische Studie

Das schwedische Biotech-Unternehmen Anocca hat kürzlich mit einer klinischen Studie begonnen, in der erstmals eine neue Krebs-Therapie namens ANOC-001 getestet wird. Dabei handelt es sich um eine personalisierte Immuntherapie, die speziell für Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (pankreatisches duktales Adenokarzinom) entwickelt wurde. Diese Krebsart ist besonders aggressiv und hat eine sehr schlechte Prognose – weniger als 10% der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.

ANOC-001 ist die erste Therapie aus Anoccas Programm, die gezielt bestimmte KRAS-Mutationen (insbesondere die KRAS G12V-Mutation) im Tumor angreift. Diese Mutationen kommen bei fast allen Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs vor. Die Behandlung nutzt die körpereigene Abwehr durch T-Zellen, die im Labor so verändert wurden, dass sie die Krebszellen gezielt erkennen und zerstören können.

Wichtig: ANOC-001 wurde vollständig in Anoccas Produktionsstätten in Schweden entwickelt, hergestellt und getestet. Es handelt sich um die erste nicht-virale, geneditierte T-Zell-Therapie, die in Europa klinisch untersucht wird. Die Studie läuft an mehreren europäischen Krankenhäusern in Schweden, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden.

Reagan Jarvis, Mitgründer und Geschäftsführer von Anocca, betont: „Die Behandlung der ersten Patient:innen ist ein wichtiger Meilenstein für unser Unternehmen. Damit zeigen wir, dass wir in der Lage sind, personalisierte T-Zell-Therapien zu entwickeln, herzustellen und in die klinische Praxis zu bringen. ANOC-001 wurde mit unserer speziellen Analysetechnologie entwickelt, die es uns ermöglicht, T-Zell-Rezeptoren präzise zu identifizieren und zu verändern. Wir danken unserem Team, den Investor:innen und Partner:innen, ohne deren Einsatz dieser Fortschritt nicht möglich gewesen wäre.“

Hugh Salter, wissenschaftlicher Leiter von Anocca, erklärt: „Die Studie VIDAR-1 testet mehrere T-Zell-Therapien, die jeweils auf unterschiedliche KRAS-Mutationen und HLA-Kombinationen abzielen. ANOC-001 ist die erste Therapie in dieser Reihe, weitere werden folgen. Durch die Verwendung einer nicht-viralen Gen-Editierungstechnologie können wir diese hochpräzisen Therapien für eine größere Anzahl von Patient:innen zugänglich machen. Unser Dank gilt auch den klinischen Partner:innen, den Studienteilnehmer:innen und ihren Familien für ihre Unterstützung.“

Die Rekrutierung für die Studie läuft noch, und die Herstellung der Therapie wird fortgesetzt. Insgesamt nehmen acht Universitätskliniken in vier europäischen Ländern an der Studie teil.

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