Johnson & Johnson: Neues Medikamentenkombination für Blutkrebs-Patienten mit Multiplen Myelom erhält Empfehlung zur Zulassung

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat bekannt gegeben, dass der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) eine Erweiterung der Zulassung für das Medikament TALVEY (Wirkstoff: Talquetamab) in Kombination mit Daratumumab empfiehlt. Diese Kombination kann nun auch zusätzlich mit Pomalidomid eingesetzt werden, und zwar für erwachsene Patient:innen mit einem sogenannten Multiplen Myelom, einer Form von Blutkrebs. Betroffen sind Menschen, deren Krankheit nach mindestens einer vorherigen Therapie erneut aufgetreten ist oder nicht mehr auf die Behandlung anspricht.

Falls die Kombination zugelassen wird, wäre sie die erste Therapie ihrer Art, die gezielt ein bestimmtes Protein namens GPRC5D angreift und bereits ab der zweiten Behandlungslinie angeboten werden kann. Das ist besonders wichtig, weil viele Patient:innen nach dem ersten Rückfall eine wirksame und gut verträgliche Behandlung brauchen.

Ester in ’t Groen, eine Expertin von Johnson & Johnson, erklärt: „Die Studie MonumenTAL-3 hat gezeigt, dass die Kombination aus Talquetamab und Daratumumab deutlich bessere Ergebnisse liefert als bisherige Therapien. Die Patient:innen lebten länger ohne ein Fortschreiten der Krankheit, hatten höhere Ansprechraten und tiefere Behandlungserfolge. Besonders für Menschen, die zum ersten Mal einen Rückfall erleben, könnte diese Kombination die Krankheit länger unter Kontrolle halten und die Lebensqualität verbessern.“

Yusri Elsayed, ebenfalls von Johnson & Johnson, ergänzt: „Unsere Strategie zielt darauf ab, Immuntherapien früher im Krankheitsverlauf einzusetzen. So können wir die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patient:innen besser berücksichtigen und die wachsende Komplexität des Multiplen Myeloms wirksam behandeln. Durch das gleichzeitige Angreifen zweier Zielstrukturen – GPRC5D und CD38 – wollen wir tiefere und länger anhaltende Behandlungserfolge erreichen.“

Die große Studie MonumenTAL-3 verglich die Kombination Talquetamab plus Daratumumab (Tal-D) beziehungsweise Talquetamab plus Daratumumab und Pomalidomid (Tal-DP) mit einer Standardtherapie aus Daratumumab, Pomalidomid und Dexamethason (DPd). Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 24,6 Monaten zeigte sich: Bei 81,3 % der Patient:innen in der Tal-DP-Gruppe und 77,6 % in der Tal-D-Gruppe trat die Krankheit in diesem Zeitraum nicht weiter fort. Die Gesamtüberlebensrate nach 24 Monaten lag bei 89,2 % in der Tal-DP-Gruppe und 87,9 % in der Tal-D-Gruppe.

Die Sicherheit der Kombinationen entsprach den bekannten Nebenwirkungen der Einzelmedikamente. Schwere Infektionen (Grad 3/4) traten am seltensten in der Tal-D-Gruppe auf (29,2 %), gefolgt von der Tal-DP-Gruppe (37,7 %) und der DPd-Gruppe (42,2 %). Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen waren in der Tal-DP-Gruppe (10,5 %) etwas häufiger als in der Tal-D-Gruppe (8,0 %) oder der DPd-Gruppe (6,7 %).

Schreibe einen Kommentar