Eli Lilly übernimmt AtaiBeckley: Hoffnung durch neue Psychedelika-Therapien bei schwer behandelbarer Depression

Die Pharmafirma Eli Lilly hat das US-Unternehmen AtaiBeckley für 2,8 Milliarden US-Dollar übernommen. AtaiBeckley forscht an innovativen Therapien gegen psychische Erkrankungen, insbesondere an schnell wirkenden Substanzen namens Neuroplastogene. Diese unterstützen das Gehirn dabei, neue Nervenverbindungen zu bilden – während herkömmliche Antidepressiva oft nur auf Botenstoffe wirken. AtaiBeckley hat zwei vielversprechende Medikamente in Entwicklung: BPL-003, ein synthetisches Nasenspray mit 5-MeO-DMT, und VLS-01, ein Film zum Einnehmen mit DMT. Beide Substanzen werden in klinischen Studien getestet. Eine Phase-IIb-Studie zu BPL-003 zeigte, dass die Therapie depressive Symptome innerhalb von etwa zwei Stunden in der Klinik deutlich und nachhaltig lindern kann – die Wirkung hielt monatelang an. Carole Ho, Forschungsleiterin bei Lilly, betont: „Bei behandlungsresistenter Depression helfen bisherige Therapien vielen Betroffenen nicht. Mit AtaiBeckleys Substanzen könnte sich das ändern.“ Neben den 2,8 Milliarden könnte Eli Lilly bis zu einer weiteren Milliarde zahlen, abhängig von Erfolg und Zulassung. Srinivas Rao, CEO von AtaiBeckley, ergänzt: „Unser Ziel ist es, psychische Erkrankungen an ihrer Ursache zu behandeln – nicht nur die Symptome.“ Die Übernahme soll voraussichtlich im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Aktuell gibt es weitere Fortschritte im Bereich Psychedelika-Therapien: Im März 2024 zeigte das Pilzgift Psilocybin aus Zauberpilzen in einer Studie bessere Langzeitwirkung bei schwerer Depression als niedrigere Dosen. Bereits im Januar 2025 hat die US-Arzneimittelbehörde FDA Spravato von Johnson & Johnson zugelassen – ein Nasenspray, das ähnlich wirkt wie Ketamin und einfach anzuwenden ist.

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