Das Unternehmen Lonza baut an seinem Standort in Visp, Schweiz, seine Produktionskapazitäten für hochkomplexe Wirkstoff-Verbindungen (sogenannte Payload-Linker) aus. Diese Stoffe werden vor allem für die Herstellung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) benötigt. ADCs sind eine der am schnellsten wachsenden Therapieformen im Pharmamarkt und spielen besonders bei der Behandlung von Krebs eine wichtige Rolle. Mit der Erweiterung will Lonza die steigende Nachfrage nach diesen modernen Medikamenten decken. ADCs bestehen aus einem Antikörper, der gezielt Krebszellen erkennt, und einem hochwirksamen Wirkstoff, der die Krebszellen zerstört. Der Wirkstoff ist dabei mit dem Antikörper über einen speziellen Linker verbunden. Diese Linker müssen besonders rein und stabil sein, um sicher und effektiv zu wirken. Lonza hat bereits eine Vereinbarung mit dem Pharmakonzern Pfizer getroffen, das bis zu 10,5 Milliarden US-Dollar in die gemeinsame Entwicklung von zwölf neuen ADC-Krebsmedikamenten mit dem chinesischen Biotech-Unternehmen Innovent Biologics investieren will. Christian Seufert, Leiter der Abteilung für fortschrittliche Synthese bei Lonza, betont: „Das schnelle Wachstum des ADC-Marktes führt zu einer stark steigenden Nachfrage nach hochkomplexen Payload-Linkern, die spezielle Herstellungsverfahren und moderne Reinigungstechnologien erfordern.“ Die neuen Produktionsanlagen sollen bis 2028 fertiggestellt sein und in die bestehende, nach strengen Qualitätsstandards (GMP) zertifizierte Fabrik in Visp integriert werden. Dort werden dann nicht nur die Payload-Linker hergestellt, sondern auch gereinigt. Zudem sollen Labore für die Entwicklung und Analyse dieser Wirkstoffverbindungen ausgebaut werden. Der Standort Visp ist bereits jetzt ein wichtiger Produktionsstandort für Lonza und bietet flexible Herstellungsmöglichkeiten für verschiedene Arten von Payload-Linkern. Neben den neuen Kapazitäten für ADC-Wirkstoffe werden in Visp auch monoklonale Antikörper produziert und die Kopplung der Wirkstoffe an die Antikörper sowie die Fertigstellung der Medikamente durchgeführt. Auch die Qualitätskontrolle für die hochwirksamen Payload-Linker gehört zum Aufgabenbereich des Standorts. Diese Investition stärkt Lonzas Position als einer der führenden Auftragshersteller (CDMO) im Pharmabereich und unterstreicht sein Engagement für innovative und lebensrettende Therapien. Erst im vergangenen Jahr wurde Lonza für seine herausragende Arbeit in der Entwicklung und Innovation von Wirkstoffen (API) mit dem Finale-Titel bei den CPHI Awards ausgezeichnet.


