Pharma-Branche diskutiert über China-Investitionen: Pfizer schließt riesige Krebsmedizin-Deals und Astellas bereitet sich auf Patent-Aus vor

In der Pharmaindustrie gibt es gerade viel Bewegung: Einige Beobachter warnen davor, dass die USA zu stark von China entwickelte Medikamente und Technologien nutzen, ohne dabei eigene Fähigkeiten zu stärken. Die USA prüfen nun, ob sie strengere Regeln für Investitionen in ausländische Biotech-Firmen – insbesondere aus China – einführen sollten. Dabei geht es um das sogenannte COINS-Gesetz, das bereits Investitionen in sensible Branchen einschränkt. Jetzt wird diskutiert, ob auch die Biotechnologie darunter fallen soll.

Gleichzeitig hat der US-Pharmakonzern Pfizer ein riesiges Abkommen mit dem chinesischen Biotech-Unternehmen Innovent geschlossen: Für bis zu 10 Milliarden US-Dollar soll Pfizer die Rechte an zwölf neuen Krebsmedikamenten erhalten. Davon sind 650 Millionen US-Dollar sofort fällig, der Rest hängt vom Erfolg der Medikamente ab. Die neuen Krebsmittel gehören zu den vielversprechendsten Entwicklungen aus China und nutzen fortschrittliche Technologien wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und spezielle Immuntherapien. Pfizer arbeitet bereits mit mehreren chinesischen Firmen zusammen und setzt damit zunehmend auf Innovationen aus China.

Der japanische Pharmakonzern Astellas steht vor einer großen Herausforderung: Eines seiner wichtigsten Medikamente gegen Prostatakrebs, Xtandi, verliert bald seinen Patentschutz. Das könnte zu einem deutlichen Umsatzrückgang führen. Astellas will diesen Verlust ausgleichen, indem es neue Partnerschaften eingeht und gezielt in Forschung und Entwicklung investiert. Größere Übernahmen sind möglich, aber nicht die erste Wahl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf eine klare Strategie, Kosten zu kontrollieren und gleichzeitig neue Chancen zu nutzen.

In Japan trifft sich die Pharmaindustrie aktuell mit Premierministerin Sanae Takaichi, um über die Zukunft der lokalen Forschung und Entwicklung zu sprechen. Trotz Japans langer Tradition in der Pharmabranche verliert das Land an Bedeutung bei globalen Investitionen in neue Medikamente. Die Branche fordert mehr Unterstützung für innovative Therapien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Auf der großen Krebs-Konferenz ASCO wird in den kommenden Tagen ein besonders spannendes Medikament vorgestellt: Ivonescimab, ein Krebsmittel aus China, steht im Mittelpunkt einer wichtigen Präsentation. Es handelt sich um die erste chinesische Entwicklung, die in diesem Rahmen präsentiert wird. Die Ergebnisse einer großen Studie zu diesem Medikament könnten wegweisend für die Behandlung von Krebs sein.

Ein weiteres internationales Abkommen: Der südkoreanische Impfstoffhersteller SK Bioscience hat mit Kolumbien vereinbart, dass dort ein Varizellen-Impfstoff (Windpocken) lokal produziert wird. Das Projekt könnte auf bis zu 260 Millionen US-Dollar an Investitionen anwachsen und soll die Versorgung in Kolumbien verbessern. Langfristig könnten auch weitere Impfstoffe in dem Land produziert werden.

Weitere wichtige Nachrichten aus der Branche:
– Der Hersteller CordenPharma, der Wirkstoffe für Diabetes-Medikamente wie GLP-1 herstellt, baut seine Produktionskapazitäten in den USA und China aus.
– Das südkoreanische Unternehmen Galux arbeitet mit Aimedbio zusammen, um eine neue Technologie zu erforschen, die Medikamente gezielt über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn transportieren soll.

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