Das Pharmaunternehmen UCB hat auf dem EULAR-Kongress 2026 in London erste Zwischenergebnisse der Phase-3-Studie BE BOLD veröffentlicht. Dabei wurde der Wirkstoff Bimekizumab mit dem bereits zugelassenen Biologikum Risankizumab bei Erwachsenen mit aktiver Schuppenflechte-Arthritis (Psoriasis-Arthritis) direkt verglichen. Zum ersten Mal konnte in einer solchen Vergleichsstudie gezeigt werden, dass ein zugelassenes Biologikum bei den Gelenken deutlich besser wirkt als ein anderes. Das ist ein wichtiger Fortschritt für die Behandlung dieser chronischen Erkrankung.
Nach 16 Wochen erreichten 49,1 % der Patienten unter Bimekizumab eine deutliche Besserung der Gelenkentzündung (ACR50-Kriterium), während es bei Risankizumab nur 38,4 % waren. Das ACR50 bedeutet, dass sich die Anzahl der geschwollenen und schmerzhaften Gelenke um mindestens 50 % verringert hat und gleichzeitig weitere wichtige Messwerte wie Schmerzen oder körperliche Einschränkungen deutlich gebessert sind. Auch bei anderen wichtigen Messwerten zeigte Bimekizumab bessere Ergebnisse als Risankizumab, allerdings waren diese Unterschiede in der vorab festgelegten statistischen Auswertung nicht signifikant.
Prof. Iain McInnes von der Universität Glasgow erklärt: „Für Menschen mit Psoriasis-Arthritis sind starke klinische Besserungen besonders wichtig. Wenn in Studien das ACR50-Kriterium erreicht wird, bedeutet das eine deutliche Linderung der Gelenkentzündung, weniger Schmerzen und eine bessere Lebensqualität. Die neuen BE-BOLD-Daten zeigen, dass Bimekizumab in dieser Hinsicht Risankizumab übertrifft. Das hilft Ärztinnen und Ärzten, frühzeitig die beste Therapie für ihre Patienten zu wählen und die Krankheit besser zu kontrollieren.“
Emmanuel Caeymaex, Vizepräsident von UCB, betont: „Wir freuen uns sehr, dass Bimekizumab in dieser direkten Vergleichsstudie besser abschneidet als Risankizumab. Das ist ein wichtiger Beleg für die Wirksamkeit und unterstützt die Behandlung von Menschen mit Psoriasis-Arthritis. Kopf-an-Kopf-Studien wie diese liefern die zuverlässigsten Daten für Therapieentscheidungen. Mit BE BOLD zeigen wir unser Engagement für wissenschaftliche Exzellenz und die Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Schuppenflechte.“
Schon nach vier Wochen zeigten sich erste Verbesserungen: 19,9 % der Patienten unter Bimekizumab erreichten das ACR50-Kriterium – bei Risankizumab waren es nur 7,2 %. Auch bei der vollständigen Abheilung der Haut (PASI100, also keine sichtbaren Hautveränderungen mehr) war Bimekizumab mit 53,4 % erfolgreicheren Patienten etwas besser als Risankizumab mit 46,6 %.
Bei den Nebenwirkungen gab es keine neuen Warnsignale. Pilzinfektionen (z. B. Candida) traten unter Bimekizumab etwas häufiger auf, waren aber meist mild oder moderat und führten nicht zum Therapieabbruch. Die Häufigkeit anderer Nebenwirkungen und die Abbruchraten waren in beiden Behandlungsgruppen ähnlich gering.
Für Patientinnen und Patienten mit Psoriasis-Arthritis bedeutet das: Bimekizumab könnte eine besonders wirksame Option sein, um Gelenkentzündungen und Hautveränderungen schnell und nachhaltig zu lindern. Die Studie unterstreicht, wie wichtig individuelle Therapieentscheidungen sind, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.


