Nach einer ruhigen Phase ist der Rechtsstreit um Migränemedikamente der Unternehmen Teva und Eli Lilly wieder aufgeflammt. Am Donnerstag hat das Berufungsgericht (Court of Appeals for the Federal Circuit) ein Urteil gefällt, das ein früheres Urteil zugunsten von Teva bestätigt. Dabei geht es um den Vorwurf, dass Eli Lillys Migränemittel Emgality das Patent von Tevas Mittel Ajovy verletzt. Teva hatte Eli Lilly bereits 2018 wegen Patentverletzung verklagt. Das Gericht in Boston verurteilte Lilly 2022 zunächst zu einer Schadenersatzzahlung von 176,5 Millionen Dollar. Ein Jahr später hob ein Richter dieses Urteil jedoch wieder auf und begründete dies damit, dass Emgality ein anderes Antikörper-Molekül verwendet als Ajovy und Tevas Patentansprüche zu allgemein formuliert seien. Das Berufungsgericht widersprach dieser Auffassung nun und bestätigte das ursprüngliche Urteil. In einer Stellungnahme teilte Eli Lilly mit, man sei enttäuscht und prüfe nun alle rechtlichen Möglichkeiten. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass die Entscheidung die Versorgung der Patienten mit Emgality nicht beeinträchtige und man weiterhin alle Betroffenen unterstützen wolle. Teva hingegen zeigte sich zufrieden und betonte, dass das Urteil die Stärke des eigenen Patents bestätige. Beide Medikamente, Emgality und Ajovy, wurden im September 2018 mit nur 13 Tagen Abstand zugelassen. Sie wirken nach einem ähnlichen Prinzip, indem sie bestimmte Botenstoffe (calcitonin gene-related peptides, CGRP) blockieren, die bei Migräne eine Rolle spielen. Beide sind zur Vorbeugung von Migräneanfällen zugelassen, während Emgality zusätzlich auch bei Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt werden darf. Das Berufungsgericht begründete sein Urteil damit, dass Tevas Patente sich auf die Anwendung von bestimmten Antikörpern zur Behandlung von Kopfschmerzen beziehen und nicht auf die gesamte Klasse der Antikörper.


