Neue Hoffnung für Parkinson-Patienten: Arvinas zeigt vielversprechende Ergebnisse eines experimentellen Medikaments

Das Pharmaunternehmen Arvinas hat auf der AD/PD 2026 Konferenz in Kopenhagen vielversprechende erste Ergebnisse eines neuen Medikaments namens ARV-102 vorgestellt. ARV-102 gehört zu einer neuen Gruppe von Wirkstoffen, den sogenannten PROTAC-Degradern. Diese Substanzen sind darauf spezialisiert, bestimmte schädliche Proteine im Körper abzubauen – in diesem Fall ein Protein namens LRRK2, das mit Parkinson in Verbindung gebracht wird. Nach nur 28 Tagen Behandlung konnte bei den Studienteilnehmern mit Parkinson eine mehr als 50-prozentige Reduzierung dieses Proteins in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit festgestellt werden. Das ist ein wichtiger Fortschritt, da es zeigt, dass das Medikament tatsächlich bis ins Gehirn gelangt und dort wirkt. Die Studie umfasste verschiedene Dosierungen von 20 bis 80 Milligramm pro Tag, die gut vertragen wurden. Dabei reduzierte ARV-102 nicht nur das LRRK2-Protein, sondern auch andere Entzündungs- und Schädigungsmarker, die typischerweise bei Parkinson und der verwandten Erkrankung progressive supranukleäre Blickparese (PSP) auftreten. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet, alle gemeldeten Nebenwirkungen waren leicht und vorübergehend. Andrew Siderowf, Vorsitzender der Parkinson Study Group, bezeichnete die Ergebnisse als “aufregenden Fortschritt” und betonte, dass PROTACs einen vielversprechenden neuen Ansatz für die Behandlung von Parkinson bieten könnten. Arvinas plant, die Entwicklung von ARV-102 weiter voranzutreiben und beginnt im zweiten Quartal 2026 eine neue Studie mit PSP-Patienten. Langfristig könnte das Medikament möglicherweise auch zur Zulassung führen. Noah Berkowitz, medizinischer Leiter von Arvinas, bezeichnete die Ergebnisse als “überzeugend und konsistent” und hob hervor, dass diese Art der Biomarker-Modulation bisher noch nicht mit LRRK2-Hemmern erreicht wurde. Er betonte, dass dies ein völlig neuer Ansatz in der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen sein könnte, von dem Millionen von Patienten und ihren Familien weltweit profitieren könnten.

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