In zwei großen Studien (OBERON und TITANIA) hat das neue Medikament Tozorakimab überzeugende Ergebnisse geliefert. Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) litten deutlich seltener unter schweren Verschlechterungen (Exazerbationen) als unter einem Placebo. Dies galt sowohl für ehemalige Raucher als auch für aktuelle Raucher, unabhängig von der Schwere ihrer Lungenerkrankung oder ihrem Blutwert für eosinophile Zellen. Das Medikament wurde gut vertragen und zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil. Tozorakimab ist ein neuartiger Antikörper, der gezielt den Botenstoff Interleukin-33 (IL-33) hemmt – sowohl in seiner reduzierten als auch in seiner oxidierten Form. Dadurch soll die Entzündung reduziert und der Teufelskreis aus übermäßiger Schleimproduktion durchbrochen werden, der COPD-Patienten oft verschlechtert. In den Studien erhielten die Teilnehmer entweder Tozorakimab (300 mg) oder ein Placebo zusätzlich zu ihrer üblichen COPD-Behandlung. COPD betrifft weltweit fast 400 Millionen Menschen und ist die dritthäufigste Todesursache. Trotz Standardtherapie mit Inhalationsmedikamenten kommt es bei mehr als der Hälfte der Patienten zu Verschlechterungen, was das Risiko für Herz-Lungen-Probleme und Tod erhöht. Professor Frank Sciurba von der Universität Pittsburgh, der die Studien leitete, betont: „Diese Ergebnisse zeigen, dass die gezielte Hemmung von IL-33 durch Tozorakimab einen deutlichen Nutzen bringt – unabhängig davon, ob die Patienten rauchen oder wie hoch ihr eosinophiler Blutwert ist. COPD ist eine schwer behandelbare Erkrankung mit großer Bandbreite an Symptomen und einem hohen medizinischen Bedarf. Bis zu die Hälfte der Betroffenen weltweit erleidet Verschlechterungen, Krankenhausaufenthalte oder sogar lebensbedrohliche Ereignisse – deshalb sind diese Ergebnisse so wichtig für die weitere COPD-Forschung.“ Sharon Barr von AstraZeneca ergänzt: „Diese Ergebnisse sind ein Meilenstein: Tozorakimab ist das erste Medikament in seiner Klasse, das in zwei Phase-3-Studien bei COPD erfolgreich getestet wurde. Das ist ein großer Fortschritt in der Behandlung dieser weltweit dritthäufigsten Todesursache. Im Gegensatz zu anderen Biologika wirkt Tozorakimab auf eine völlig neue Weise, indem es sowohl die reduzierte als auch die oxidierte Form von IL-33 blockiert. Dadurch werden Entzündungen verringert und der Schleimkreislauf unterbrochen, der die COPD verschlimmert.“ Die vollständigen Ergebnisse werden auf einer kommenden medizinischen Konferenz vorgestellt. Weitere Studien (PROSPERO und MIRANDA) laufen noch, und Tozorakimab wird auch bei schweren viralen unteren Atemwegsinfektionen und Asthma getestet.


