Das deutsche Biotech-Unternehmen BioNTech hat bekannt gegeben, dass es die geplante Produktionsstätte in Singapur sowie sein regionales Hauptquartier bis Ende Februar 2027 schließen wird. Diese Entscheidung basiert auf einer umfassenden Überprüfung der Geschäftsstrategie und der Produktionskapazitäten. Das Unternehmen erklärt, dass es seine Kapazitäten an das aktuelle klinische Portfolio und die langfristige Ausrichtung anpassen möchte. “Während wir weiterhin in die Umsetzung unserer Vision investieren, bleiben wir bestrebt, kosteneffizient Wert zu schaffen”, heißt es in einer Stellungnahme von BioNTech. Die Schließung betrifft auch rund 85 Mitarbeiter vor Ort. Das Unternehmen sichert zu, dass betroffene Beschäftigte Abfindungen und Unterstützung bei der Jobsuche erhalten werden. Der Bau der Produktionsstätte in Singapur wurde im November 2022 von BioNTech bei Novartis erworben. Damals plante das Unternehmen, dort jährlich mehrere hundert Millionen Dosen mRNA-Impfstoffe herzustellen. Ursprünglich sollte die Anlage bereits Ende 2023 in Betrieb gehen. Die Schließung spiegelt die veränderte Situation seit dem Ende der COVID-19-Pandemie wider, in der BioNTech durch den Impfstoff Comirnaty mit seinem Partner Pfizer hohe Umsätze erzielte. So beliefen sich die Umsätze im Jahr 2022 auf 17,3 Milliarden Euro, während für das Jahr 2025 nur noch 2,9 Milliarden Euro gemeldet wurden. Dies betrifft nicht nur BioNTech: Auch der Partner Pfizer und der Konkurrent Moderna verzeichnen seit einigen Jahren rückläufige Impfstoffverkäufe. BioNTech betont, dass es weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren wird, um seine Position als Vorreiter in der mRNA-Technologie zu sichern. Das Unternehmen arbeitet an neuen Projekten, darunter auch in der Krebsimmuntherapie. Zudem plant BioNTech, sich zu einem führenden Anbieter in der Immuntherapie zu entwickeln, mit mehreren späten klinischen Studien in der Onkologie. Die Entscheidung, die Produktion in Singapur zu verlagern, ist Teil dieser strategischen Neuausrichtung.


