Boehringer Ingelheim und Microsoft starten Zusammenarbeit für KI-gestützte Arzneimittelforschung

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und der Technologiekonzern Microsoft haben eine Partnerschaft vereinbart, um den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der klinischen Arzneimittelforschung zu beschleunigen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Zugang zu neuen Medikamenten für Patienten zu verbessern. Dabei sollen unter anderem digitale Zwillinge von Patienten – also computergestützte Modelle, die den menschlichen Körper oder spezifische Krankheiten simulieren – eine wichtige Rolle spielen. Diese digitalen Modelle könnten dazu beitragen, die Anzahl der Teilnehmer in Kontrollgruppen zu verringern und so klinische Studien effizienter zu gestalten. Gleichzeitig soll die Erstellung klinischer Belege beschleunigt und die Planung von Studien optimiert werden.

Agnes Heftberger, Geschäftsführerin von Microsoft Deutschland und Österreich, betont: „Diese Zusammenarbeit verbindet pharmazeutisches und wissenschaftliches Know-how von Boehringer Ingelheim mit der Expertise von Microsoft in den Bereichen KI und Ingenieurwesen.“ Im Rahmen der Partnerschaft werden Modelle, Prototypen und Belege erstellt, um die technische und wissenschaftliche Machbarkeit von KI in der klinischen Forschung zu überprüfen. Der erste Schwerpunkt liegt dabei auf Lungenerkrankungen. Zudem wird geprüft, ob KI-gestützte Simulationen der Studienplanung helfen können, synthetische oder hybride Kontrollgruppen zu entwickeln.

Dr. Lykke Hinsch Gylvin, Chief Medical Officer bei Boehringer Ingelheim, erklärt: „Unser Ziel ist es, die klinische Forschung stärker an den Bedürfnissen der Patienten auszurichten. Der Einsatz von KI, einschließlich digitaler Patientenzwillinge, kann dazu beitragen, klinische Studien patientenfreundlicher, informativer und effizienter zu gestalten.“ Neben der Forschung wird die Partnerschaft auch die Modernisierung der IT-Infrastruktur und Datensicherheit bei Boehringer Ingelheim vorantreiben, um zukünftige KI-Anwendungen zu ermöglichen.

Sollte die Zusammenarbeit erfolgreich sein, könnte sie die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen und Patienten schneller Zugang zu innovativen Therapien ermöglichen. Auch auf regulatorischer Ebene wird KI bereits gefördert: Im Juni hat die britische Arzneimittelbehörde MHRA eine Initiative gestartet, die Unternehmen und Forschern einen sicheren Rahmen bietet, um KI-Tools unter Aufsicht zu testen. So soll der Weg für sicherere und wirksamere Medikamente geebnet werden.

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