Das britische Pharmaunternehmen Sitryx Therapeutics hat vielversprechende Ergebnisse aus einer frühen klinischen Studie (Phase 1b) mit dem Wirkstoff SYX-5219 bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Neurodermitis bekannt gegeben. SYX-5219 ist ein neuartiges, oral einzunehmendes Medikament, das gezielt einen bestimmten Stoffwechselweg in Immunzellen beeinflusst (PKM2-Modulator). Es könnte eine neue Behandlungsoption für Neurodermitis darstellen.
In der Studie, die sechs Wochen dauerte, zeigte sich, dass SYX-5219 sicher und gut verträglich war. Die Ergebnisse bestätigten zudem, dass der Wirkstoff wie geplant in die Zellen eindringt und dort seine Wirkung entfaltet. Dies wurde bereits in früheren Studien mit gesunden Freiwilligen beobachtet.
Der verantwortliche Wissenschaftler Iain Kilty erklärte: „Diese positiven Ergebnisse sind ein wichtiger Meilenstein für Sitryx und zeigen, wie gut unser Team und unsere klinischen Partner zusammengearbeitet haben.“
Er ergänzte: „Wir konnten erstmals beim Menschen nachweisen, dass ein neuartiges, oral einzunehmendes Medikament bei Neurodermitis wirkt. Der Wirkstoff zeigte positive Effekte auf verschiedene Krankheitszeichen und Laborwerte.“
An der Studie nahmen 35 erwachsene Patienten aus den USA und Europa teil. Sie erhielten entweder SYX-5219 oder ein Placebo (Scheinmedikament) über sechs Wochen. Anschließend folgte eine zweiwöchige Phase ohne Medikamenteneinnahme. Bereits nach acht Tagen zeigten sich Unterschiede zwischen der Behandlungs- und der Placebogruppe, die sich im Laufe der Studie verstärkten.
SYX-5219 erreichte die vorab festgelegten Ziele zur Wirksamkeit: Die Schwere der Hauterkrankung, gemessen mit dem EASI-Score, verbesserte sich um etwa 28 % im Vergleich zur Placebogruppe. Auch der Juckreiz, gemessen mit der PP-NRS-Skala, reduzierte sich um rund 48 % stärker als in der Placebogruppe. Immer mehr Patienten erreichten eine spürbare Besserung ihrer Hautveränderungen (vIGA), was durch eine Abnahme verschiedener Entzündungsmarker im Blut unterstützt wurde.
Besonders erfreulich war die Abnahme der Entzündungsstoffe CCL-17/TARC und CCL-11/eotaxin, die eng mit der Krankheitsaktivität zusammenhingen. Weitere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Wirkmechanismus auch bei Asthma und anderen entzündlichen Erkrankungen helfen könnte, da er die Werte von IL-13 und IgE senkt. Diese Erkenntnisse könnten zukünftig weiter erforscht werden.


