Neue Methode entdeckt: Wie Forscher bisher unkultivierbare Bakterien im Labor züchten können – ein Meilenstein für die Medizin

Ein Team von Wissenschaftlern am Imperial College London hat eine innovative Methode namens EDEN (Enhanced Domestication) entwickelt, um bisher unkultivierbare Bakterien aus natürlichen Quellen wie Teichwasser im Labor zu züchten. Dies ist ein großer Fortschritt, denn bisher konnten über 99 Prozent aller Mikroorganismen in Labors nicht kultiviert werden. Standardmethoden führen oft zu einem Verlust der Lebensfähigkeit der Bakterien.

Die Forscher nutzten eine 3D-gedruckte Durchfluss-Kultivierungsplatte, die Bakterien schrittweise an Laborumgebungen anpasst und so den sogenannten “Nährstoffschock” vermeidet. Dadurch blieben die Bakterien gesund und konnten besser überleben. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden zeigte EDEN drei Mal mehr bakterielle Vielfalt und zehn Mal mehr bisher unbekannte Bakterienarten.

Besonders spannend ist, dass die Wissenschaftler mit dieser Methode eine völlig neue Bakterienart isolieren konnten, die sogar gegen multiresistente Keime wirkt. Die EDEN-Platte funktioniert, indem sie Mikroben sanft an verschiedene Nährmedien gewöhnt und chemische oder Temperatur-Schwankungen minimiert.

Die Forscher sehen großes Potenzial für die Zukunft: Die Methode könnte nicht nur für Bakterien, sondern auch für Pilze genutzt werden. Auch als Bioreaktor oder in Kombination mit Robotern für die schnelle Suche nach neuen Wirkstoffen wäre EDEN denkbar. Die Studie wurde im Fachmagazin ISME Communications veröffentlicht. Parallel dazu gibt es weitere Forschung, die zeigt, wie man durch bessere Kontrolle von Feuchtigkeit und Temperatur in Petrischalen die Genauigkeit mikrobiologischer Tests verbessern kann.

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