Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals weltweit gültige Empfehlungen veröffentlicht, die Arzneimittelbehörden dabei unterstützen sollen, die Produktion von Medikamenten schneller klimafreundlicher zu gestalten. Das neue Rahmenwerk zeigt, wie bestehende Regelungen genutzt werden können, um nachhaltigere Technologien einzuführen – ohne dabei die Qualität, Sicherheit, Wirksamkeit oder den gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten zu gefährden. Wie Dr. Rogério Gaspar, Direktor der WHO-Abteilung für Regulierung und Vorqualifizierung, erklärt: „Es geht nicht mehr darum, ob eine klimafreundliche Arzneimittelproduktion möglich ist, sondern wie wir sie schnell und gerecht umsetzen können. Dieses Rahmenwerk bietet Medikamentenbehörden die Möglichkeit, Innovation zu fördern und gleichzeitig höchste Standards in Sachen Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit beizubehalten. Durch die konsequente Nutzung bestehender Regelungen können nachhaltigere Arzneimittelsysteme entstehen, die sowohl den Menschen als auch dem Planeten zugutekommen.“ Um die Fähigkeiten der Pharmaindustrie zur Klimaneutralität zu stärken, schlägt die WHO drei zentrale Maßnahmen vor: Erstens eine Stärkung des Klimabewusstseins und der Fachkenntnisse durch Schulungen und Weiterbildungen für Hersteller und Behörden. Dadurch sollen Klimaherausforderungen besser verstanden und Regulierungsprozesse effektiver gestaltet werden – etwa durch die Identifizierung von Hauptemissionsquellen in der Arzneimittelproduktion. Zweitens empfiehlt die WHO eine internationale Angleichung der Messung, Berichterstattung und des Vergleichs von Emissionen in der Pharmabranche. Durch die Verwendung einheitlicher Standards und freiwilliger Berichtssysteme sollen Transparenz und Vergleichbarkeit verbessert werden, um Doppelarbeit sowohl bei Behörden als auch Herstellern zu vermeiden. Drittens soll der Weg für nachhaltige Innovationen in der Arzneimittelproduktion geebnet werden, indem Zulassungsverfahren beschleunigt, aber gleichzeitig strenge Kontrollen beibehalten werden. Das Rahmenwerk setzt dabei auf die Nutzung bereits vorhandener globaler Strukturen anstatt neuer Institutionen zu schaffen. Zur Umsetzung dieser Empfehlungen wird die WHO eng mit Partnern wie der Internationalen Koalition der Arzneimittelbehörden und dem Internationalen Rat zur Harmonisierung zusammenarbeiten. Konkrete Schritte umfassen Pilotprojekte, aktualisierte Leitlinien, Schulungen, verstärkte Zusammenarbeit zwischen Behörden und die Entwicklung robuster Überwachungsmechanismen.


