Das Pharmaunternehmen JJP Biologics hat erste positive Zwischenergebnisse aus einer laufenden Phase-1b-Studie zu dem neuen Wirkstoff nebaprubart (JJP-1212) bei Patienten mit linearer IgA-Erkrankung bekannt gegeben. Bei dieser seltenen Autoimmunerkrankung bilden sich Antikörper (IgA) gegen die eigene Haut, was zu schmerzhaften Blasen, Juckreiz und offenen Wunden führt. Bisher gibt es in der Europäischen Union keine zugelassene Therapie für diese Krankheit.
Der Wirkstoff nebaprubart ist ein neuartiger Antikörper, der gezielt den sogenannten CD89-Rezeptor auf bestimmten Immunzellen (Neutrophilen) blockiert. Diese Zellen spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Hautschäden, indem sie durch die IgA-Antikörper aktiviert werden und Entzündungen sowie Blasenbildung auslösen. Durch die Blockade von CD89 soll nebaprubart diesen schädlichen Prozess unterbrechen.
In der Studie zeigte nebaprubart bereits nach einer Woche erste positive Effekte: Die Anzahl der Blasen nahm ab, der Juckreiz verringerte sich und bestehende Wunden heilten langsam ab. Besonders bemerkenswert war, dass viele Patienten nach der ersten Gabe von nebaprubart ihre bisherige Standardtherapie mit Dapsone schrittweise reduzieren oder sogar ganz absetzen konnten, ohne dass die Krankheit wieder auftrat.
Paweł Szczepański, Geschäftsführer von JJP Biologics, erklärte: „Die Zwischenauswertung der Phase-1b-Studie in der linearen IgA-Erkrankung bestätigt zusammen mit früheren Daten aus einer Studie mit gesunden Freiwilligen unseren Ansatz, gezielt die Wechselwirkung zwischen IgA-Antikörpern und CD89 zu blockieren. Die lineare IgA-Erkrankung ist für uns ein wichtiger Beweis, dass unser Wirkstoffprinzip funktioniert. Diese ersten Ergebnisse zeigen, dass nebaprubart schnell und nachhaltig wirkt und gleichzeitig die Notwendigkeit einer belastenden Immunsuppression verringern könnte – eine Therapie mit vielen Nebenwirkungen.
Er ergänzte: „Damit könnte nebaprubart nicht nur für Patienten mit linearer IgA-Erkrankung, sondern auch für andere Erkrankungen, die durch IgA-Antikörper ausgelöst werden, eine bahnbrechende Behandlung sein. Wir planen bereits, im dritten Quartal 2026 eine Phase-1b-Studie bei rheumatoider Arthritis zu starten und im vierten Quartal 2026 eine Phase-2a-Studie bei der IgA-Nephropathie (einer Nierenerkrankung) durchzuführen.”
Dr. Sohail Ahmed, Medizinischer Direktor von JJP Biologics, fügte hinzu: „Die Konsistenz zwischen dem Sicherheitsprofil, das wir bei gesunden Freiwilligen beobachtet haben, und den ersten Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten bei Patienten mit linearer IgA-Erkrankung ist sehr ermutigend. In der Studie zeigte nebaprubart eine vorhersehbare Wirkung und verursachte keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, was das Risiko in der weiteren klinischen Entwicklung verringert. Besonders bedeutsam ist, dass viele Patienten ihre bisherige Therapie reduzieren oder sogar ganz absetzen konnten – eine große Erleichterung für Betroffene, die unter den Nebenwirkungen leiden.“
Die laufende offene Phase-1b-Studie untersucht neben der Sicherheit und Verträglichkeit auch die Aufnahme, Verteilung und Wirkung des Wirkstoffs im Körper sowie mögliche Abwehrreaktionen des Immunsystems. Zudem werden erste Hinweise auf die Wirksamkeit, die Anzahl der Blasen, die Lebensqualität und andere Krankheitsmerkmale erfasst. Die jetzt veröffentlichten Zwischenergebnisse bei Patienten mit linearer IgA-Erkrankung folgen auf positive erste Studiendaten mit gesunden Freiwilligen, die im Januar 2026 bekannt gegeben wurden.


