Die beiden britischen Organisationen Deep Science Ventures (DSV) und Medicines Discovery Catapult (MDC) haben eine Zusammenarbeit gestartet, um ein großes Problem der modernen Medizin zu lösen: Wie kann man Medikamente wirksam ins Gehirn transportieren? Obwohl es bereits viele wissenschaftliche Erkenntnisse zu neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Hirntumoren gibt, ist es bisher schwierig, Behandlungen über die sogenannte Blut-Hirn-Schranke hinweg ins zentrale Nervensystem zu bringen. Das betrifft weltweit über 40 Prozent der Bevölkerung, die von Erkrankungen des Nervensystems betroffen sind. Diese neue Partnerschaft soll Technologien finden, die den Zugang von Medikamenten zum Gehirn verbessern. Dadurch könnten nicht nur seltene neurologische Erkrankungen besser behandelt werden, sondern auch große Patientengruppen mit bisher unzureichend versorgten Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Hirntumoren profitieren. Langfristig könnte dies die Behandlungsergebnisse für Betroffene verbessern und gleichzeitig neue wirtschaftliche Möglichkeiten für Biotech- und Pharmaunternehmen schaffen. In der ersten Phase analysieren die Partner den aktuellen Stand der Medikamentenforschung, um innovative Ansätze zu identifizieren und Lücken in den bestehenden Technologien zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke zu schließen. Erfolgversprechende Ideen könnten dann in neue Unternehmen überführt und mit Startkapital unterstützt werden. Deep Science Ventures konzentriert sich darauf, Gründungsteams für Unternehmen aufzubauen, die komplexe Herausforderungen lösen. Diese Teams arbeiten mit vorab definierten Chancen und reduzieren so das Risiko, das normalerweise mit der Gründung von Start-ups verbunden ist. Medicines Discovery Catapult bringt seine Expertise in der Arzneimittelforschung und seine Infrastruktur ein, um die Entwicklung neuer Lösungen zu fördern. Adam Tomassi-Russell, Senior Director bei Deep Science Ventures, erklärt: „Die Blut-Hirn-Schranke ist eines der komplexesten Probleme in der modernen Medizin. Da über 40 Prozent der Weltbevölkerung von neurologischen Erkrankungen betroffen sind, ist es dringend notwendig, eine optimale Lösung für dieses Problem zu finden. Durch die Kombination unserer Expertise in der Unternehmensgründung mit den Entdeckungsfähigkeiten von MDC können wir Gründern die ideale Umgebung bieten, um die Herausforderung der Medikamentenabgabe ins Gehirn zu meistern.“ Er fügt hinzu: „Wenn wir den Zugang zum Gehirn effektiver gestalten, können wir eine neue Ära der Therapien für das zentrale Nervensystem einläuten und den großen ungedeckten Bedarf in diesen Krankheitsbereichen decken.“ Nicola Heron, Chief Strategy Officer bei Medicines Discovery Catapult, sagt: „Bei MDC setzen wir uns dafür ein, mutige Ideen in bessere Behandlungen umzuwandeln. Diese Zusammenarbeit bietet die Chance, neue Technologien zu entdecken, die Patienten und die Gesellschaft deutlich verbessern könnten. Durch diese Partnerschaft stärken wir das Ökosystem für Innovationen im Bereich des zentralen Nervensystems im Vereinigten Königreich und weltweit, sodass mehr Medikamente schneller zu den Patienten gelangen.“


