Forschende haben herausgefunden, dass eine Kombination aus einem Antidepressivum und einem kleinen Molekül-Wirkstoff die Heilungschancen von Erwachsenen mit einer schweren depressiven Erkrankung deutlich verbessern kann. Eine Studie mit dem Medikament Caplyta (Wirkstoff: Lumateperon) von Johnson & Johnson, das zusammen mit einem Antidepressivum eingenommen wurde, zeigte besonders gute Ergebnisse. Nach sechs Wochen hatten fast doppelt so viele Patientinnen und Patienten eine vollständige Besserung ihrer Symptome im Vergleich zu denen, die nur ein Placebo erhielten. Bei einer sechsmonatigen offenen Studie konnten 65 Prozent der Teilnehmenden eine Remission erreichen – das bedeutet, dass ihre depressiven Symptome deutlich nachließen oder sogar vollständig verschwanden. 43 Prozent hatten eine nachhaltige Linderung der Beschwerden, und 44,1 Prozent erreichten eine vollständige Remission. Besonders beeindruckend: Bereits nach 24 Wochen zeigten 42,8 Prozent eine dauerhafte Besserung, wobei die Erfolge im Laufe der Studie stetig zunahmen. Die Daten wurden auf dem Jahreskongress der Amerikanischen Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie (ACNP) 2026 präsentiert.
Professor Michael Thase, ein renommierter Psychiater von der Universität Pennsylvania, betont, dass diese Ergebnisse nicht nur die kurzfristige Linderung der Symptome zeigen, sondern auch, wie lange die Besserung anhält. Das sei für Patientinnen, Patienten und Behandelnde ein wichtiger Maßstab, um eine nachhaltige Heilung zu erreichen.
Dr. Bill Martin, Leiter des Bereichs Neurowissenschaften bei Johnson & Johnson, ergänzt: „Viele Patientinnen und Patienten durchlaufen jahrelang verschiedene Behandlungen und begnügen sich mit einer ‚ausreichenden‘ Besserung, weil sie nicht wissen, dass eine vollständige Heilung möglich ist. Diese Daten zeigen, dass eine Remission – also eine vollständige Besserung – durchaus realistisch ist und nicht die Ausnahme bleiben sollte.“
Caplyta wurde in den USA im November 2025 zugelassen und wird dort als zusätzliche Therapie bei schwerer Depression eingesetzt. Das Medikament kann auch bei Schizophrenie und depressiven Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung (Typ I oder II) verschrieben werden.


