Die Einzelzell-Transkriptomik ist eine hochmoderne Technologie, die es Forschern ermöglicht, die Aktivität einzelner Zellen in komplexen Geweben genau zu untersuchen. Im Gegensatz zu herkömmlichen RNA-Sequenzierungstechniken, die nur durchschnittliche Werte aus vielen Zellen liefern, zeigt die Einzelzell-Transkriptomik, wie sich Zellen unterscheiden und wie sie auf bestimmte Bedingungen reagieren. Dies ist besonders wichtig für die Erforschung von Krebs, Immunologie und Zelltherapien. Aktuell wird diese Technologie noch oft manuell durchgeführt, was zeitaufwendig ist und die Bearbeitung von mehr als 24 Proben pro Tag erschwert. Um diese Hürden zu überwinden, arbeiten Beckman Coulter Life Sciences und 10x Genomics seit 2023 zusammen, um Arbeitsabläufe zu automatisieren. Ziel ist es, manuelle Schritte wie die Bibliotheksvorbereitung zu vereinfachen und gleichzeitig die Genauigkeit zu erhöhen. Eine Zusammenarbeit mit der Contract Research Organisation (CRO) Single Cell Discoveries (SCD) zeigt, wie Automatisierung die Effizienz steigert: Durch den Einsatz eines automatisierten Systems konnte SCD die Anzahl der täglich verarbeiteten Proben von 24 auf bis zu 96 erhöhen, während gleichzeitig die Fehlerrate sank. Die Hände-auf-Zeit für Laborwissenschaftler reduzierte sich von über fünf Stunden auf nur noch eine Stunde pro Tag. Zudem führte die Automatisierung zu einer größeren Konsistenz in den Ergebnissen, da Roboter präziser arbeiten als Menschen und weniger Fehler machen. Zukünftig sollen weitere Schritte wie die cDNA-Synthese und die Analyse von Oberflächenproteinen automatisiert werden. Auch die VDJ-Profilerstellung, die die Untersuchung von Immunzellen wie T- und B-Zellen ermöglicht, wird zunehmend automatisiert. Diese Fortschritte werden nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Reproduzierbarkeit von Experimenten verbessern. Für Patienten bedeutet dies bessere Einblicke in Krankheitsmechanismen und die Entwicklung wirksamerer Therapien, insbesondere in der Immunologie und Krebsforschung. Die Einzelzell-Transkriptomik entwickelt sich damit von einer Spezialmethode zu einem unverzichtbaren Werkzeug der biomedizinischen Forschung – ähnlich wie die Next-Generation-Sequenzierung zuvor.


