Neues KI-System könnte Alzheimer-Früherkennung verbessern

Ein neues, in Großbritannien entwickeltes KI-System namens DementAI könnte ein Durchbruch in der Früherkennung von Alzheimer sein. Es soll helfen, die Krankheit bis zu zwei Jahre früher zu erkennen, als es derzeit möglich ist. Das System wurde von der Beratungsfirma Katalyze Data im Rahmen des SAS Hackathon 2025 entwickelt. DementAI durchsucht bestehende klinische Aufzeichnungen nach Warnsignalen, die auf Alzheimer hinweisen könnten. Dies könnte Patienten ermöglichen, früher Zugang zu Untersuchungen und Unterstützung zu erhalten, wenn Eingriffe noch wirksamer sind. Dementia ist die häufigste Todesursache in Großbritannien, und viele Betroffene haben noch keine offizielle Diagnose. Die Entwickler sprechen von einem ‘versteckten Rückstau’, bei dem Warnsignale übersehen werden. DementAI verbindet verschiedene Schritte, die Ärzte normalerweise getrennt durchführen, von der Analyse medizinischer Daten bis hin zur Integration in Entscheidungsprozesse. Es nutzt bereits vorhandene Informationen von Gesundheitsdienstleistern und verwandelt fragmentierte Daten in handlungsrelevante Erkenntnisse, ohne zusätzliche Screening-Belastungen zu verursachen. Das System kombiniert strukturierte medizinische Aufzeichnungen, Gehirnaktivitätsdaten und unstrukturierte klinische Informationen, wobei es synthetische Daten verwendet, um die Entwicklung zu unterstützen. Durch die Kombination dieser Signale zielt es darauf ab, subtile Muster des Rückgangs zu erkennen, die während kurzer Konsultationen schwer zu identifizieren sind. DementAI wurde als Gewinner in der Kategorie Gesundheit & Lebenswissenschaften beim SAS Hackathon 2025 ausgezeichnet. Es bietet Klinikern eine transparente Begründung dafür, warum ein Patient als risikobehaftet eingestuft wurde. Tamás Bosznay, Hauptberater bei Katalyze Data, betonte: ‘Wir sind in einem Wettlauf gegen die Zeit, wenn es um Demenz geht. Eine frühzeitige Identifizierung kann einen bedeutenden Unterschied darin machen, wie Patienten und Familien mit der Krankheit umgehen. Ohne bessere Methoden, um Menschen früher zu finden, gehen diese Chancen verloren.’ Dr. Iain Brown, globaler Leiter für KI und Datenwissenschaft bei SAS, erklärte: ‘Synthetische Daten, agentische KI-Konzepte und Governance sind in sensiblen Bereichen wie der Gesundheitsversorgung keine ‘Nice-to-haves’ – sie sind es, was Innovation im großen Stil nutzbar macht. DementAI zeigt, wie künstliche Intelligenz auf eine Weise angewendet werden kann, die sowohl ambitioniert als auch verantwortungsvoll ist.’ Das Team sucht nun den Dialog mit NHS Trusts, um Pilotprojekte zu erkunden, die die Auswirkungen des Modells validieren und die Bemühungen zur Reduzierung diagnostischer Verzögerungen unterstützen könnten.

Schreibe einen Kommentar