Trotz vieler Herausforderungen für die Pharmabranche im Jahr 2026 gibt es auch positive Aussichten. Die CEOs großer Pharmaunternehmen stehen unter politischem Druck, kämpfen mit Preiskontrollen und Patentverlusten, müssen aber dennoch den Aktionären zeigen, dass ihre Unternehmen finanziell wachsen werden. Bei der Auswertung der Jahresergebnisse 2025 betonten die Führungskräfte großer US-amerikanischer Pharmaunternehmen hohe langfristige Umsatzziele, die ihre Strategien für die unsicheren Zeiten aufzeigen. Der anhaltende Erfolg von US-Pharma-Riesen wie Johnson & Johnson, Pfizer und Merck & Co. spiegelt den gesunden Zustand der Biopharma-Branche insgesamt wider. Das Erreichen dieser großen Ziele würde mehr Geld für Übernahmen, Lizenzen und Risikokapital bedeuten, um aufstrebende Unternehmen mit innovativen Medikamenten in der Pipeline zu unterstützen. Können die großen Pharmaunternehmen die Herausforderungen meistern und ihre finanziellen Ziele erreichen? Hier sind einige Aussagen von US-Pharma-CEOs aus ihren jüngsten Gewinnberichten, die auf positive Umsatzaussichten in den kommenden Jahren hindeuten. Johnson & Johnson ist das einzige Gesundheitsunternehmen, das bald über 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz erzielen wird. Joaquin Duato, CEO, Johnson & Johnson. Die Herausforderungen: Ein Unternehmen der Größe von J&J hat immer irgendwo Probleme. Für den New Jersey-Arzneimittelhersteller sind die drängendsten Probleme der Verlust des alleinigen Verkaufsrechts für das Immunologie-Blockbuster-Medikament Stelara mit einem Umsatz von über 10 Milliarden US-Dollar, die Arzneimittelpreismaßnahmen aus den Medicare-Verhandlungen und die von Präsident Donald Trump vorgeschlagene Politik des bevorzugten Landes. Darüber hinaus kämpft das Unternehmen weiterhin mit tausenden Klagen, die behaupten, dass sein Talkumpuder Krebs verursacht hat. Die positive Seite: CEO Joaquin Duato sprach über die 32 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen 2025 für Forschung und Entwicklung und Übernahmen ausgegeben hat, und was das für das zukünftige Wachstum bedeutet. Obwohl der Verlust des alleinigen Verkaufsrechts für Stelara kurzfristig eine erhebliche Lücke in den Umsätzen von J&J hinterlassen wird, wies Duato darauf hin, dass wir anders sind als andere Unternehmen – wir konzentrieren uns nicht auf einen oder zwei Wachstumstreiber. Tatsächlich war die Stärke des Pharmakonzerns lange Zeit die Tiefe seines Teams und nicht ein paar Star-Spieler. Zwischen den Pharma- und Medizintechnik-Sparten hat J&J 28 Plattformen oder Produkte mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar Jahresumsatz, so Duato. Ist das genug, um den Pharmakonzern in diesem Jahr an die 100-Milliarden-Dollar-Umsatzmarke zu bringen? Mit mehr als 94 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2025 und einer Reihe bedeutender Zulassungen in der Tasche ist dieses Ziel gut in Reichweite. Die Grundlage unserer Strategie bei Adipositas und verwandten Erkrankungen ist die Entwicklung von Durchbruchmedikamenten in einem Markt, der bis zu 150 Milliarden US-Dollar groß sein könnte. Albert Bourla, CEO, Pfizer. Die Herausforderungen: Pfizer ging aus der COVID-19-Pandemie als gezeichneter Krieger hervor. Während die schnelle Arbeit des Unternehmens zusammen mit dem Partner BioNTech zum ersten zugelassenen COVID-Impfstoff führte, brachen die Umsätze ein, als die Krise abklang, was es für Pfizer erschwerte, Wachstum gegenüber seinen Aktionären zu demonstrieren. Zusammen mit den bevorstehenden Patentablauf-Fristen für Blockbuster wie Ibrance, Eliquis und Vyndaqel hatte das Unternehmen einige schwierige Jahre. Die positive Seite: Nicht einer, der eine Branchenmode auslässt, drängt sich Pfizer in den lukrativen Gewichtsverlustbereich, und überbot im letzten Jahr Novo Nordisk in einem Übernahme-Bieterkampf, um den begehrten nächsten GLP-1-Hersteller Metsera zu erwerben. Obwohl die Investoren Mängel im Star-Kandidaten der Übernahme sahen, verwies CEO Albert Bourla in einem Gewinnanruf diese Woche auf das enorme Potenzial des Adipositas-Marktes. Pfizer nutzte auch den COVID-Windfall, um seine Pipeline mit zwei weiteren großen Geschäften in den letzten Jahren zu betreiben und übernahm den Antikörper-Arzneimittelkonjugat-Hersteller Seagen im Jahr 2023 und den Neurospezialisten Biohaven im Jahr 2022. Wir haben jetzt eine klare Sicht auf über 70 Milliarden US-Dollar an potenziellen kommerziellen Chancen bis zur Mitte der 2030er Jahre. Rob Davis, CEO, Merck & Co. Die Herausforderungen: Keytruda, Keytruda, Keytruda. Das lasttragende Krebsmedikament, das fast die Hälfte aller Merck-Verkäufe im Jahr 2025 ausmachte, wird in den nächsten Jahren sein alleiniges Verkaufsrecht verlieren, was bei den Investoren die entscheidende Frage aufwirft: Was kommt als Nächstes? Die positive Seite: Zum Glück für CEO Rob Davis ist der bevorstehende Umsatzrückgang von Keytruda kein überraschender Schlag, und das Pharma-Unternehmen hatte Jahre Zeit, eine geeignete Pipeline aufzubauen, um diese Lücke zu füllen. Die jüngste Zulassung einer subkutanen Version von Keytruda sollte den Schlag ebenfalls abmildern. Das Unternehmen ist auf dem Weg, bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts 70 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz zu erreichen, von denen der Großteil bis 2027 feststehen sollte, so Davis im Anruf.



