In Brüssel wurde die Europäische Life Sciences Coalition gegründet. Ziel ist es, mehr öffentliche und private Investitionen in die Lebenswissenschaften und Biotechnologie in Europa zu mobilisieren. Die Allianz wurde gemeinsam mit Invest Europe ins Leben gerufen und bringt führende Venture-Capital-Firmen, Forschungsinstitute und andere Branchenvertreter zusammen. Die Mitglieder verwalten gemeinsam über 24 Milliarden Euro in lebenswissenschafts-spezifischen Vermögenswerten und haben über 1.400 Unternehmen investiert oder gegründet. Die Gruppe möchte praktische, marktorientierte Perspektiven in politische Diskussionen über Kapitalzuweisung, Unternehmensgründung und Wachstumsschwierigkeiten einbringen. Die Initiative reagiert auf die Sorge, dass Europa trotz starker wissenschaftlicher Grundlagen Schwierigkeiten hat, lebenswissenschaftliche Innovationen zu skalieren und zu halten. In der Pressemitteilung werden strukturelle Barrieren wie untergenutzte private Ersparnisse, fragmentierte Kapitalmärkte, eine abnehmende Zahl spezialisierter VC-Firmen und langsame, ungleichmäßige regulatorische Prozesse hervorgehoben. Diese Faktoren begrenzen den Zugang zu Wachstumskapital und veranlassen vielversprechende Unternehmen, außerhalb der EU nach Finanzierung zu suchen. Der Start der Allianz erfolgt, während europäische Politiker sich auf strategische Autonomie, Kapitalmarkteinigung und Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren. Der Sektor unterstützt rund 29 Millionen Arbeitsplätze in der EU, stärkt die öffentliche Gesundheit und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Herstellung lebensrettender Medikamente. Die Koalition warnt, dass ohne entschlossenes Handeln Europa eine schrittweise Aushöhlung seines Lebenswissenschaften-VC-Ökosystems riskiert, mit Folgen für langfristiges Wachstum, Innovation und Patientenzugang. Die Daten unterstreichen die Herausforderung: Europäische Lebenswissenschaften-VC-Fonds machen nur 7% des globalen Marktes aus, verglichen mit 63% in den Vereinigten Staaten und 14% in China. Gleichzeitig wurden 66 von 67 EU-Biotech-Unternehmen, die in den letzten sechs Jahren an die Börse gingen, außerhalb der EU notiert. Durch die Koalition möchten die Mitglieder diese Trends umkehren, indem sie sich für eine effektivere Mobilisierung von Start- und Wachstumskapital und eine integriertere, effizientere Investitionsumgebung einsetzen. Die Gruppe betont, dass sie keine finanziellen Zuwendungen fordert, sondern eine grundlegende Veränderung darin, wie europäisches Kapital eingesetzt wird, um sicherzustellen, dass der Kontinent seine lebenswissenschaftlichen Innovationen finanzieren, skalieren und halten kann.