Bristol-Myers Squibb stärkt sein Krebsmedikamenten-Portfolio durch Zusammenarbeit mit Janux Therapeutics

Bristol-Myers Squibb (BMS) hat sein Portfolio an Krebsmedikamenten durch eine exklusive weltweite Lizenzvereinbarung mit Janux Therapeutics erweitert. Diese Vereinbarung sieht vor, dass beide Unternehmen gemeinsam eine neue Therapie zur Behandlung von festen Tumoren entwickeln werden. BMS wird bis zu 850 Millionen US-Dollar für diese Zusammenarbeit ausgeben, darunter 50 Millionen US-Dollar in Voraus- und kurzfristigen Zahlungen sowie bis zu 800 Millionen US-Dollar in regulatorischen, Entwicklungs- und Meilensteinzahlungen. Janux Therapeutics wird für die Entwicklung der Therapie bis zur Einreichung eines Antrags auf eine neue Untersuchungsgenehmigung (IND) verantwortlich sein, was bedeutet, dass das Biotech-Unternehmen die präklinische Forschung an dem Kandidaten leiten wird. Sobald das Medikament in die klinische Phase eintritt, wird BMS die Verantwortung für die weitere Entwicklung und Vermarktung übernehmen, wobei Janux bei der Phase-I-Studie unterstützen wird. Sollte das Medikament auf den Markt kommen, wird Janux auch Anspruch auf gestaffelte Lizenzgebühren auf die weltweiten Produktverkäufe der Therapie haben. Laut David Campbell, Präsident und CEO von Janux, bestätigt die Zusammenarbeit mit BMS die Stärke der tumoraktivierten Plattformen von Janux, die zur Entwicklung von zwei seiner tumoraktivierten T-Zell-Engager in die Klinik geführt haben. Dazu gehört auch die potenzielle Prostatakrebs-Therapie JANX007 von Janux, die Krebszellen angreift, die das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) exprimieren, und derzeit in der klinischen Entwicklung für metastasierende, kastrationsresistente Formen der Krankheit ist. Im Mai 2025 startete Janux die Phase-Ib-Studie ENGAGER-PSMA-01 (NCT05519449) für diese Indikation. Obwohl Janux die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie positiv präsentierte, verunsicherten die Ergebnisse die Investoren, was zu einem Rückgang des Aktienkurses von Janux um mehr als 50% führte. Seit Beginn des Jahres 2026 schwankt der Aktienkurs der Firma zwischen 13 und 14 US-Dollar. Nach der Ankündigung der Lizenzvereinbarung mit BMS erlebte der Aktienkurs von Janux zunächst keine sofortige Erhöhung, zeigte jedoch eine leichte Steigerung in den ersten zwei Handelsstunden am 22. Januar. Die Pharmaindustrie steht vor einem der steilsten Patentabfälle in der modernen Geschichte, wobei GlobalData prognostiziert, dass nur noch 4% der weltweiten Arzneimittelverkäufe bis 2030 patentgeschützt sein werden, ein Wert, der deutlich niedriger ist als die 12% im Jahr 2022. Dieser Trend könnte auch BMS betreffen, da das Unternehmen mit dem bevorstehenden Patentablauf seiner beiden Top-Verkaufsprodukte Opdivo (Nivolumab) und Eliquis (Apixaban) konfrontiert ist, was zukünftige Gewinne erheblich beeinträchtigen könnte. Dennoch zeigte sich Christopher Boerner, CEO von BMS, auf der jüngsten J.P. Morgan Healthcare Conference 2026 optimistisch über die finanzielle Zukunft des Unternehmens und verwies auf die hochkarätigen Deals, die BMS in den letzten zwei Jahren abgeschlossen hat, um diese finanzielle Belastung zu lindern. Boerner hofft, dies durch die Konzentration auf die Kernbereiche von BMS in den Bereichen Onkologie, Hämatologie, Kardiologie, Neurologie und Immunologie zu erreichen. Es scheint, dass die Onkologie einer der wichtigsten Fokusbereiche von BMS ist, da sieben der 16 Vereinbarungen, die BMS zwischen 2024 und 2025 unterzeichnete, entweder auf die Onkologie abzielten oder einen onkologischen Aspekt hatten, laut GlobalData Pharmaceutical Intelligence Center. Ein bemerkenswertes Beispiel war der Kauf von Orbital Therapeutics durch BMS, bei dem das Unternehmen 1,5 Milliarden US-Dollar für den Zugang zur Immuntherapie-Pipeline des CAR-T-Spezialisten zahlte.